Der Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg war früher mehr als sein heutiges Klischee

vom Sehnsuchtsort gut situierter Öko-Großstädter: Bis zum Ende der DDR ein dem Verfall preisgegebener Bezirk, blühte dort die Subkultur. Das proletarische Milieu dominierte das Stadtbild bis weit in die 70er Jahre hinein. Spätestens seit damals ist der Prenzlauer Berg beliebte Kulisse für Spiel- und Dokumentarfilme.
Einige Klassiker wie »Berlin – Ecke Schönhauser« (1955) und »Solo Sunny« (1980) oder auch »Sommer vorm Balkon« (2004) wurden hier gedreht. Weniger bekannte Dokumentationen aus dem Kiez versammelt diese Filmauswahl. Sie zeigt die Jugend der 60er und 80er Jahre auf dem Helmholtzplatz, alleinerziehende Mütter und schwer erziehbare Jugendliche. Einen Block weiter erklären Kinder das Denkmal der Käthe Kollwitz

zum Klettergerüst. Und um die Ecke zeigt sich der Aufbauwille der sozialistischen Gesellschaft im Vorzeigeprojekt Wohnsiedlung Thälmannpark.

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DVD Prenzlauerberginale 11 Filme 223 Minuten reinstes Prenzlauer Berg

Artikelnummer: przlbrg03
10,00 €Preis
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    EINMAL IN DER WOCHE SCHREIN
    Buch/Regie: Günter Jordan, 1982, 17 Min., DDR, DEFA, Farbe,
    35 mm | Kamera: Michael Lösche, Schnitt: Dieter Körner


    Jugendliche am Helmholtzplatz im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg sind bei Schmalzstulle und Clubcola unter sich. Selbstbewusst präsentieren sich die Halbwüchsigen vor der Kamera. Der Film war in der DDR verboten und wurde erst im Oktober 1989 freigegeben.


    SPIELPLATZ
    Regie: Heinz Müller, 1965, 13 Min., DDR, DEFA, s/w, 35 mm |
    Drehbuch: Heinz Müller/Paul Thyret, Kamera: Christian Lehmann,
    Schnitt: Bärbel Lehmann


    Gemütlich geht es zu auf dem Helmholtzplatz der 60er Jahre: Rentner prägen das Bild, sie spielen Karten oder dösen in der Sonne. Die Ruhe wird nur unterbrochen von Kindern, die den dazu gehörigen Spielplatz stürmen oder von »Halbstarken«, die am Nachmittag mit Transistor-Radios unterwegs sind.

     

    WESSEN STRASSE IST DIE STRASSE
    Regie: Jens Becker, 1988, 12 Min., DDR, HFF, Farbe, Kamera: Aicke Fricke

    Zur 750-Jahr-Feier Berlins präsentiert die DDR den Touristen mit der Husemannstraße im Prenzlauer Berg ein aufwendig und schick restauriertes Stück altes Berlin – inmitten zerbröselnder Wohnsubstanz. Seit der
    Fassadenneugestaltung werden hier viele Filme gedreht, die Anwohner sind genervt. Ein Filmteam kommt und stellt Fragen zur Situation.


    ASCHERMITTWOCH
    Buch/Regie: Lew Hohmann, 1989, 19 Min., DDR, DEFA, s/w, 35 mm | Kamera: Christian Lehmann

    Ein Portrait über eine Kaufhallen-Kassiererin und alleinerziehende Mutter von sechs Kindern in Prenzlauer Berg.

    Der Film zeichnet Skizzen aus ihrem Alltag und berichtet auch von den sich abzeichnenden politischen Umbrüchen.


    WOZU DENN ÜBER DIESE LEUTE EINEN FILM?
    Buch/Regie: Thomas Heise, 1980, 36 Min., DDR, HFF, s/w, 16mm |
    Kamera: Dagmar Mundt, Schnitt: Beate Sell


    Einem Freund des Regiestudenten Thomas Heise wird im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg das Motorrad gestohlen. Anstatt zur Polizei zu gehen, begeben sich der Bestohlene und der angehende Filmemacher selbst in die »Szene«, um die Diebe ausfindig zu machen. Die Kamera ist immer dabei.

     

    DAS GASWERK
    Buch/Regie: Alfons Machalz, 1982, 19 Min., DDR, DEFA für
    das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten, Farbe,
    16mm/35mm | Kamera: Manfred Gronau, Schnitt: Rita Blach


    Wie löst man in einem sozialistischen Land Probleme? Im Mittelpunkt des Filmes steht das alte Gaswerk Dimitroffstraße. Mitten in Prenzlauer Berg gelegen war es 100 Jahre lang Ursache massiver Luftverschmutzung. Jetzt
    soll es geschlossen und abgerissen werden.

     

    NEUE ADRESSE: THÄLMANNPARK
    Buch/Regie: Alfons Machalz, 1987, 22 Min., DDR, DEFA für das
    Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten, Farbe | Kamera:
    Manfred Gronau/Gerhard Münch, Schnitt: Rita Blach


    Nach dem Abriss des alten Gaswerks entsteht ein neues Wohngebiet mit Namen Thälmannpark. Plattenbauten werden hochgezogen, es entstehen Grünanlagen, eine Straßenbahn-Haltestelle, außerdem Schule, Schwimm-
    halle und ein Planetarium. Mit der Siedlung wird auch das Ernst-Thälmann-Denkmal eingeweiht.


    ROTWEINROCK UND LAMMFELLMANTEL
    Regie/Buch/Kamera/Schnitt: Hannah Metten/Jan Gabbert, 2004,
    53 Min., Deutschland, Farbe, Beta SP


    Mit Wehmut geben Waltraut und Siegfried Köhler ihre Textilreinigung nach zwanzig Jahren auf. Für sie ist ihre Arbeit Passion, Gewissenhaftigkeit lässt so manch schwierigen Fleck verschwinden. Der Film beobachtet die Köhlers in den letzten Wochen in ihrem Mikrokosmos auf der Stargarder Straße.

     

    TUBA WA DUO
    Buch/Regie: Jörg Foth, 1989, 12 Min., DDR, DEFA, Farbe, 35 mm |Kamera: Thomas Plenert, Schnitt: Gudrun Plenert


    Zwei Männer sitzen auf dem Dach und spielen Tuba, ihre Töne hallen wider im engen Geviert des Berliner Hinterhofs, sie stören Ruhe und Frieden der Bewohner mit absurden Botschaften. Menschen beschweren sich, doch unbeirrt steigern die beiden Gestalten ihr Spiel von Mal zu Mal.


    DIE KOLLWITZ UND IHRE KINDER
    Regie: Christa Mühl, Buch: Christa Mühl/Werner Hecht, 1971, 10 Min., DDR, HFF, s/w, 16 mm | Kamera: Christiane Kunow, Schnitt: Karin Döring

    Darf man auf Denkmälern klettern und spielen? Dieser Frage geht die Filmemacherin Christa Mühl nach. Im Mittelpunkt steht das von Gustav Seitz geschaffene bronzene Denkmal für Käthe Kollwitz, das von den Kindern vom Kollwitzplatz beklettert, umarmt und in Besitz genommen wird.

     

    Bonus: KOLLWITZ SKIZZEN
    Regie: Christa Mühl/Tobias Lenel, 2018, 8 Min., Deutschland,
    Farbe | Kamera/Schnitt: Richard Marx


    47 Jahre nach ihrem ersten Film über die Kinder am Kollwitzplatz kehrt Christa Mühl mit Tobias Lenel zurück und fragt die Leute von heute nach ihrer Meinung zu den spielenden Kindern rund um das Käthe-Kollwitz Denkmal.

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