immer dienstags
immer Prenzlauer Berg

P R E N Z
L A U E R

B E R G 6
 I N A L E

Eingang FaF_Dominik_komprimiert
Bei der Prenzlauerberginale ist der Kiez zu Gast im Kino.
2022 mit der unvergleichlichen Katrin Sass, Käthe Kollwitz auf dem Platz, einer Kohlenhandlung vor der Wende und propagandafreie Filme über das Wohnen in Prenzlauer Berg, die eigentlich nicht gezeigt werden sollten.
Wir bringen sie trotzdem!
 


13
SEPTEMBER
2022

 

Tickets ab Aug. '22

Dokuabend: Alltag in Prenzlauer Berg [Ost-Berlin]

Alltag in Prenzlauer Berg [Ost-Berlin]

Von 1971 bis 1986 entstanden im Auftrag der Staatliche Filmdokumentation (SFD) rund 300 Berichte über den Alltag in der DDR. Das Material war nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, sondern wurde für zukünftige Generationen archiviert, um später einen unverstellten Blick auf eine sozialistische Gesellschaft im Aufbau zu ermöglichen. Ziel der SFD war also eine systematische Eigendokumentation des realsozialistischen Staates DDR.

Die Filme bilden offen die vielfältigen Defizite des DDR-Alltags ab und sind nahezu propagandafrei. Da das Benzin-Kontingent der SFD begrenzt war, entstanden die meisten Beiträge in Berlin-Mitte und Prenzlauer Berg. Fast vier Jahrzehnte schlummerte dieser dokumentarische Schatz im Archiv. Erst seit Mitte der 2010er Jahre werden die Filme durch ein aufwändiges Forschungsprojekt erschlossen und digitalisiert.

Das Programm zeigt verschiedene Ausschnitte aus SFD-Berichten von 1979 bis 1985 zum Thema Wohnen und stellt sie Beiträgen der DEFA-Wochenschau und Berichten des DDR-Fernsehens aus den 70er und 80er Jahren gegenüber.

 

Ergänzt wird der Filmabend über Leben und Alltag in Prenzlauer Berg durch einen "gesamtdeutschen" Blick von Peter Wensierski und dem Magazin Elf99 (1990) und Ausschnitte aus dem Online-Archiv „Open-Memory-Box“. Der umfangreiche Bestand versammelt mehr als 2.200 8mm-Schmalfilme aus Privatbesitz, die das Leben in der DDR dokumentieren.​

Moderation: Ariane Sept

Super-8-Filmeaufnahmen aus dem Online-Archive Open-Memory-Box: Ich bereue es, Anfang 1970er Jahre, 10 Min.

Ausschnitte aus dem Bestand der

Staatlichen Filmdokumentation (SFD), 1979–1985, 35 Min.

Ausschnitte aus Der Augenzeuge und der DEFA-Wochenschau, 1975–1977, 10 Min.

Bericht aus Berlin-Journal, Fernsehen der DDR, 26.4.1987, 8 Min.

Bericht aus Aktuelle Kamera, Fernsehen der DDR, 21.12.1986,

2 Min.

Bericht von Peter Wensierski und Elf 99, dem Jugendmagazin des  DDR-Fernsehens zur Wohnsituation in Prenzlauer Berg, 1990,

12 Min.

Guten Tag, wir möchten heiraten, Fernsehen der DDR, 21.12.1980, 29 Min.

Laufzeit insgesamt ca. 106 Min.

WERFUE_2_Copyright_DEFA_Stiftung_Thomas_Plenert.jpg


20
SEPTEMBER
2022

 

Tickets ab Aug. '22

Leben in Prenzlauer Berg

Die Kollwitz und ihre Kinder Regie: Christa Mühl, HFF Potsdam-Babelsberg, 10. Min., 1971

Kollwitz Skizzen Regie: Christa Mühl/Tobias Lenel, 8 Min., 2018

ddr augenzeuge NP27 Regie: Jan Sobotka, 19 Min., 2012

Bürgschaft für ein Jahr Regie: Herrmann Zschoche, DEFA, 92 Min., 1981

Moderation: Ariane Sept

Die Kollwitz und ihre Kinder & Kollwitz Skizzen

Darf man auf Denkmälern klettern und spielen? Dieser Frage geht die Filmemacherin Christa Mühl in ihrem Dokumentarfilm von 1971 nach. Im Mittelpunkt steht das von Gustav Seitz geschaffene bronzene Denkmal für Käthe Kollwitz, das von den Kindern vom Kollwitzplatz beklettert, umarmt und geküsst wird. 47 Jahre später kehrt die Dokumentaristin mit Tobias Lenel zurück und fragt die Leute von heute nach ihrer Meinung zu den spielenden Kindern rund um das Denkmal.

ddr augenzeuge NP27

Notizen aus dem Leben des Fotografen und Flohmarkverkäufers Gerd Danigel: Der Ostberliner Fotograf verliert nach dem Ende der DDR das Gefühl für den Sinn und die Notwendigkeit seiner fotografischen Arbeit. Stattdessen verkauft er Handabzüge seiner Fotografien auf dem Flohmarkt. Der Film ist ein Portrait eines Menschen, der sich 23 Jahre nach der Wende immer noch in der deutschen Gesellschaft verorten muss.

Bürgschaft für ein Jahr

Nina Kern (Katrin Sass), Ende zwanzig, geschieden, soll das Sorgerecht für ihre drei Kinder wegen Vernachlässigung entzogen werden. Sie erhält eine letzte Chance, ihren Lebenswandel zu ändern. Von Amts wegen werden ihr zwei Bürgen, ein Bauingenieur (Jackie Schwarz) und eine Musiklehrerin (Monika Lennartz), zur Seite gestellt. Sie helfen Nina, wenigstens die jüngste Tochter, die fünfj.hrigen Mireille, aus dem Heim zu bekommen. Doch als sie von alten Bekannten besucht wird, sind die guten Vorsätze fast vergessen, eine unglück liche Liebes geschichte tut ihr Übriges. Für ihre herausragende Darstellung erhielt Katrin Sass bei der Berlinale 1982 den Silbernen Bären vom „Klassenfeind“.

Kollwitz4_Susanne Hecht.jpeg

Prenzlauer Berg Shop